Donnerstag, 19. November 2009

Kampfrichter im MMA

Am 1. Mai ist es soweit: Shogun Rua bekommt sein wohlverdientes Rematch gegen Lyoto Machida.
Light heavyweight Champion Machida verteidigte seinen Titel bei UFC 104 nur dank einer kontroversen Decision. Herausforderer Mauricio "Shogun" Rua war während des gesamten Kampfes der überlegene Mann, sodass die Entscheidung zu gunsten des Champions für jeden Experten überraschend kam.
Ein verschlamptes Match in solch einer Größenordnung hat die Debatte um das Punktesystem im MMA weiter angefacht. Laut Definition soll beim "10 points must"-System bewertet werden, wie effektiv der Kämpfer seine Aggression und Technik anwendet und ob er den Käfig/Ring gut zu seinem Vorteil nutzt.
Das Problem heutzutage ist allerdings, dass viele Kampfrichter das "effektiv" übersehn und öfters den Kämpfer gewinnen lassen, der es schafft, den Gegner entweder am Käfig oder am Boden zu pinnen, anstatt ihm ernsthaften Schaden zuzufügen. Dieser Trend macht es möglich, dass sich ein Randy Cotoure 15 Minuten an seinen Gegner clinchen kann, ohne wirklich ernstgemeinte Versuche zum Takedown zu zeigen. Die Tatsache, dass Cotoure niedergeschlagen wurde und sich ungefährt eine Minute lang wehrlos in der Mount seines Gegners Brandon Vera befand, scheint die Kampfrichter dabei wenig zu interressieren. Ich kann mir vorstellen, dass, wenn diese Entwicklung anhält, bald Kampfrichter mit Stopuhren am Ring sitzen und jedem Kämpfer, der 51% des Kampfes in der dominanten Position verbrachte, den Sieg schenken.
Ein weiteres Problem bei Kampfrichtern ist, dass sie meistens vom Boxen kommen und soviel Ahnung vom MMA-Sport haben, wie ich vom Fliegenfischen.
Bleibt die Frage offen, wie man ohne sie die Kämpfe richten soll. Unbegrenzt kann man Kämpfe nicht laufen lassen, wenn man gegen Ende des Kampfes noch Action haben will; ein Unentschieden für jeden Kampf, der nicht beendet wurde, aufzuschreiben wird der Sache jedoch auch nicht gerecht. Also werden wir auf Kampfrichter nicht verzichten können. Die Frage ist aber, ob man nichts tun kann, um deren Leistungen zu verbessern. Würden sich die Athletic-Commisions der einzelnen  US-Bundesstaaten ein wenig mehr um unseren Sport sorgen, würden sie sicherlich genug Freiwillige finden, die sich gerne ausbilden lassen würden.

Im Moment können wir nur hoffen, dass etwas getan wird und bis auf Weiteres alle MMA-fights vorzeitig enden (Wenn dann nicht der Ref daran Schuld hatte)!

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