Es war eine schöne Kampfnacht in der Ausverkauften M.E.N Arena in Manchester.
Im ersten Kampf der Hauptcard, auf die ich mich in diesem Artikel beschränken möchte, traf der Engländer Ross "The Real Deal" Pearson auf den Veteranen Aaron Riley.Der UFC-Debütant Pearson war der klare Underdog im Kampf gegen Riley, der bereits 30 MMA-Kämpfe bestritten hatte, war aber dennoch der Meinung, sein Stil aus Taekwondo und Judo wäre ein excellenter Konter gegen Riley, was sich in der ersten Runde bereits abzeichnete, als Pearson mit unglaublichem Clinchstriking dominierte. "The Real Deal" machte darauf in der zweiten Runde seinem Spitznamen alle Ehre und zerstörte Rileys Gesicht mit einem brutalen Flying Knee. Der Referee hatte keine andere Wahl, als den Kampf sofort zu stoppen. Ich würde dem Kampf 4/5 Sternen geben, da er technisch anspruchsvoll, schnell und aufregend war.
Im zweiten Kampf trat TUF 7-Teilnehmer Matt Brown, ein Mann der als Publikumsliebling bekannt ist, gegen James Wilks an, der seinerseits im britischen Team von TUF 9 vertreten war. Das Match an sich war eines der technisch besten, die ich je gesehen habe. Ständig gelang es den Kämpfern, sich gegenseitig auszukontern. Brown war seit der 2. Runde öfters kurz vorm gewinnen, bis in der 3. Runde der BJJ-Braungurt Wilks einen wunderschönen Kimura ansetzte. Just als ich dachte, der Kampf wäre für Brown gelaufen, drehte sich dieser aus der Kimura-Position in die Sidemount und stieg sofort in die Mount über, wo er nun sein Werk der 2. Runde vollendete. Diese Schlussaktion ist ein Spiegelbild des Kampfes, welchem ich nicht weniger als 5 Sterne gebe.
Problematisch war bei diesem Bilderbuchfight jedoch der Referee Leon Roberts, der nicht weniger als 3 Male einen Clinch auflöste, welcher voller Bewegung war, und auch sonst eine der schlechtesten Leistungen der MMA-Geschichte bot.
Der nächste Kampf auf der Card war Michael Bisping vs. Denis Kang. Ich erwartete einen Standup-fight, bekam jedoch das genaue Gegenteil. Bisping griff in seiner Heimatstadt schnell und aggressiv an, wurde aber durch eine rechte Gerade von Kang auf die Matte geschickt, an welche er sich nach der Runde in der Ringecke nicht erinnern konnte, Kang versuchte darauf, Bisping am Boden zu schwächen und hatte ihn zweifach gemounted, scheiterte aber an den professionellen Shrimp-Bewegungen Bispings, der sich immer wieder in die Guard zurückkämpfte. Die 2. Runde war umso überraschender, als der designierte Striker Bisping nun versuchte, den Kampf zum Boden zu bringen, was ihm schließlich dreifach gelang. Ich habe mich extrem in Bisping getäuscht, der den Kampf schließlich durch phänomenales Ground-and-Pound gewann. Ich hätte ihm eine solche Leistung am Boden niemals zugetraut, zumal sein Gegner ein BJJ-Schwarzgurt war. 4 Sterne für einen aufregenden und mitreißenden Kampf.
Das Co-Main Event sollte nun bestimmen, wer der nächste Gegner für GSP sein soll. Vom Kampf Mike Swick gegen Dan Hardy versprach sich wohl jeder MMA-Fan einen offenen und spannenden Schlagabtausch. Stattdessen gab es jedoch einen langweiligen, technisch schlechten Clinchkampf, in dem Hardy Swick durchgängig dominierte und einige schöne Schläge landete, um am Ende einstimmig nach Punkten zu gewinnen. Beide Kämpfer haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert, weswegen ich diesem Kampf lediglich 2,5 Sterne schulde- eine Enttäuschung durch und durch.
Eine weitere Enttäuschung spielte sich im Main Event ab. Randy "The Natural" Cotoure, der zum ersten Mal seit der Niederlage gegen Lidell im light-heavyweight kämpfe, verließ sich auch seine altbekannte Taktik und presste seinen Gegner Brandon "The Truth" Vera in der ersten Runde gegen den Cage. Die zweite Runde war etwas offener, da Vera Cotoure nun nicht mehr so leicht an sich ranließ, wie es in der ersten Runde der Fall war, und ihn schließlich durch einige Bodykicks zu Boden schickte. Leider entschied sich Vera dazu, den Vorteil ungenutzt zu lassen und sich stattdessen auf Cotoure auszuruhen, was ihm vielleicht die Runde kostete. Die dritte Runde war eine überraschende, da es Vera gelang, den Weltklasseringer Cotoure zu Boden zu bringen und ihn lange zu mounten, was ihm in den Augen der meisten Zuschauer den Vorteil brachte. Die Kampfrichter jedoch sahen die 2. Runde bei Cotoure und erklärten ihn deshalb zum Sieger. Ich bin mir nicht sicher wie sehr meine Beurteilung durch meine Abneigung gegen den erneut langweiligen Kampfstil Cotoures beeinflusst ist, aber meine trotzdem hier eine klare Fehlentscheidung zu sehen.
Ich werde mir diesen Kampf in nächster Zeit sicherlich des öfteren angucken, obwohl er nicht mehr als 3,5 Sterne verdient, um zu analysieren, inwieweit die Entscheidung gerechtfertigt war, und werde im Blog bestimmt noch einmal im Zusammenhang mit der generellen Debatte über das MMA-Wertungssystem zurückkommen.
Allen anderen empfehle ich, sich selbst ein Bild zu machen. Die Veranstaltung ist auf jedenfall trotz der schlechten Main- Events sehenswert!
Sonntag, 15. November 2009
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